Dein Körper weiß den Weg (Teil 1)

Über Erinnerung, Bewusstsein und den Prozess der Heilung

Bevor der Verstand versteht…

Eine Stimme in dir meldet sich – und noch bevor dein Verstand sie einordnen kann, reagiert dein Körper mit Anspannung.

Ein Auto rauscht dicht an dir vorbei. Dein Herz schlägt schneller, deine Knie werden weich. Erst im Nachhinein erkennst du, was diesen Moment ausgelöst hat.

Unser Körper reagiert oft schneller als unser Denken. Er spricht eine eigene Sprache – geformt aus Erfahrungen, Emotionen und Erinnerungen.

Diese Zeilen zu schreiben, erfüllt mich mit tiefer Freude. Es fühlt sich an, als wäre nun der Moment gekommen, meine Erfahrungen in die Welt hinauszugeben – die leichten und die schweren, die mich geprägt und getragen haben.

Ich bin Heilerin. Heute.

… Doch noch vor gar nicht langer Zeit war ich selbst auf der Suche nach meinem Weg in die Heilung.

Mein Körper – mein emotionaler Körper – trug tiefe Brandspuren aus vielen Leben.

Jede Emotion hat im Körper ihr eigenes Zuhause. Orte, an denen sie sich besonders deutlich zeigt, ausdrückt, erinnert. Es ist die Sprache des Körpers. Dein Ausdruck.

Um ein tieferes Verständnis all dieser Facetten zu ermöglichen, fließt in diesen Artikel uraltes ayurvedisches Wissen ein – eng verwoben mit meiner persönlichen Geschichte. Mit Erfahrungen von Schmerz, mit bewusster Wahrnehmung und mit dem Prozess der Heilung.

Sei gewiss: Dieser Weg ist lang. Er ist schmerzhaft. Und er ist zutiefst befreiend. Jeder Weg ist individuell.

Meine Erfahrungen geben dir einen Einblick. Sie sind kein abgedroschener Therapieplan.

Der emotionale Körper in dir – Wenn Gefühle zu Symptomen werden…

Es ist wichtig zu verstehen, was mit dem Begriff emotionaler Körper gemeint ist. Das Schlüsselwort dabei ist Emotion.

Damit ist kein eigenständiger Körper im anatomischen Sinn gemeint. Vielmehr beschreibt der emotionale Körper die Gesamtheit all jener Gefühle, Erfahrungen und inneren Reaktionen, die sich im Laufe unseres Lebens – und nach alten Weisheitslehren sogar darüber hinaus – in uns eingeprägt haben.

Ein Geflecht aus vielen Schichten, fein miteinander verwoben und untrennbar verbunden.
Wie ein Spinnennetz, das sich über mehr als das Sichtbare hinaus erstreckt – nicht dreidimensional, sondern vielschichtig.

Man kann sich den emotionalen Körper wie eine innere Geschichte vorstellen, die im Körper gespeichert ist. Eine Geschichte, die beeinflusst, wie wir fühlen, reagieren und oft auch, wie wir Symptome entwickeln – bei leichten Krankheiten und auch sehr schweren.

Viele alte Kulturen und auch das ayurvedische Wissen gehen davon aus, dass Emotionen nicht einfach verschwinden. Sie hinterlassen Spuren. Nicht linear, nicht zeitlich geordnet, sondern gleichzeitig. Vergangenheit, Gegenwart und Erinnerung existieren im Körper oft zur selben Zeit – denn unser inneres Erleben folgt nicht den Regeln der Uhr.

So erklärt sich, warum eine scheinbar harmlose Situation plötzlich starke körperliche Reaktionen auslösen kann oder warum eine uralte Wunde sich anfühlt als wäre es gerade erst geschehen.

Der Körper erinnert sich. Und er reagiert.

Wo sind diese vielen Emotionen / Informationen gespeichert?

Das Nervensystem

in deinem Körper ist hochkomplex – und so einzigartig wie dein gesamtes Leben. Es entsteht nicht nur aus Genetik, sondern formt sich durch jede Erfahrung, jede Beziehung und jede emotionale Reaktion, die du im Laufe deines Lebens machst.

Aus Sicht der westlichen Medizin ist das Nervensystem das Kommunikationsnetz des Körpers. Es verbindet Gehirn, Rückenmark, Organe, Muskeln und Gewebe miteinander. Über elektrische und chemische Signale sorgt es dafür, dass wir fühlen, reagieren, uns erinnern und überleben.

Wenn wir etwas erleben, das emotional bedeutsam ist, reagiert das Nervensystem sofort. Noch bevor der Verstand die Situation einordnet, entscheidet es: Bin ich sicher oder in Gefahr? Diese Reaktionen werden gespeichert – nicht als bewusste Erinnerung, sondern als körperliches Muster.

Viele dieser Prägungen sind mir im Laufe meines Lebens immer wieder begegnet.
Diese Muster – oder Abdrücke – kennst du genauso gut wie ich.

Sie beeinflussen unsere Lebensentscheidungen. Und mehr noch: Sie führen uns immer wieder in Situationen, die uns erinnern. An alten Schmerz. Oder sie zeigen uns, wo eine Wunde verborgen liegt.

Über meinen persönlichen Wandel in diesem Leben habe ich in einem Video gesprochen.
Wenn du auf das Bild klickst, gelangst du direkt zu YouTube. Vielleicht magst du es dir für einen späteren Moment aufbewahren.

All meine Muster haben mich begleitet – und oft auch verfolgt.
Immer wieder fand ich mich in tiefen, schmerzhaften Momenten wieder. Energetisch fühlte es sich an, als würde es mich zerreißen.

An dieser Stelle teile ich mit dir, was in meinem Körper geschehen ist – und wo ich heute stehe.

In meinem Alltag war ich lange von einem hohen Energielevel geprägt. Ich war eine Macherin. Immer präsent, engagiert, aufopfernd für mein Umfeld und für meine Kundschaft.

Ich neigte dazu, mich zu überarbeiten. Mein Kalender war voll, Termin an Termin. Kaum Pausen, ein dauerhaft hoher Leistungsdruck.

Neben meiner Arbeit war ich Leistungssportlerin – seit meiner Kindheit. Doch schon früh begann mein Körper zu reagieren. Trotz Sport hatte ich als Kind Asthma. Ein erstes Zeichen, das ich lange nicht verstand.

Immer wieder brach mein Körper unter dieser Belastung zusammen. Krankheiten kamen in Wellen. Der Schmerz wurde so groß, dass er mein Denken vernebelte. Es gab Zeiten, in denen ich keine Perspektive mehr spürte – nur noch Erschöpfung.

Und dennoch stand ich immer wieder auf. Ich kämpfte mich zurück. Zurück in den Alltag, zurück auf die Wettkampfstrecke.

Wie es mir wirklich ging, wusste niemand. Ausser mein Ehemann, er hat mich oft gehalten, wenn niemand sonst da war. Er ist ein Lebensretter, obwohl er es selbst nicht weiss.

Ich könnte diesen Weg noch viel tiefer beschreiben. Doch für den Moment soll eines deutlich werden: Mein Körper trug zu viel – zu lange.

Vielleicht stellst du dir jetzt die Frage:
Wie lassen sich solche Muster erkennen und verändern?

Was, wenn die Symptome, gegen die du kämpfst, Hinweise sind – nicht Fehler? Dein Körper erinnert sich an Dinge, die dein Verstand längst vergessen hat. Mehr dazu in Teil 2.

 
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